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>> Konzertsäle für sinfonische Konzerte >> 
   
Konzertveranstaltungen haben ihren Ursprung im höfischen Musizieren, das in dazu geeigneten größeren Räumen, vor allem in Ballsälen, stattfand.
Bekannte Säle dieser Art aus dem 18. Jahrhundert sind z. B. der Redoutensaal der Wiener Hofburg oder die Musiksäle von Schloss Eszterházy oder Schloss Eisenstadt.
Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden öffentliche Konzertsäle, in denen sinfonische Musik breiten bürgerlichen Kreisen zugänglich gemacht wurde.
Noch heute bekannte Konzertsäle wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffnet, z. B. 1870 der Musikvereinssaal in Wien, 1877 die St. Andrews Hall in Glasgow oder 1900 die Symphony Hall Boston.

Alle diese Säle waren Rechteckräume in "Schuhkartonform", mit weniger als 2000 Sitzplätzen und mittleren Nachhallzeiten von etwa 1,8 bis 2,0 s. Sie weisen eine Ausgewogenheit von Durchsichtigkeit und Raumeindruck auf, die sie zu ausgezeichneten Konzertsälen macht. 

Die gezielte Lenkung der seitlichen Reflexionen ist für die Räumlichkeit solcher Rechtecksäle besonders bedeutungsvoll.

Noch heute werden Konzertsäle in "Schuhkartonform" gebaut.
Wird keine Sitzplatzüberhöhung realisiert, sollte ein hohes Podium und eine Höhenstaffelung des Orchesters vorgesehen werden.
Die Gesamtfläche des Podiums sollte etwa 200 m² nicht wesentlich überschreiten, weil sonst das Zusammenspiel der Musiker erschwert wird und sich die Durchmischung des Orchesterklanges verschlechtert.
Der Podiumsboden sowie die Flächen, die das Orchesterpodium seitlich und rückwärtig begrenzen sollen schwer und massiv sein.
Die Seiten- und Deckenflächen des Podiums sollen die Schallabstrahlung in den Zuhörerbereich durch frühe Reflexionen unterstützen, die Durchmischung fördern und das Zusammenspiel erleichtern.
Wegen der Gefahr von Flatterechos dürfen die seitlichen Begrenzungen auf keinen Fall parallel zueinander stehen.
Meist wird in Konzertsälen an Wand hinter dem Orchester eine große Orgel eingebaut. Um den Zusammenklang zu fördern, sollte der Abstand zwischen Orgel und Orchester nicht zu groß sein.
Saalformen mit konkaven Begrenzungswänden, insbesondere mit elliptischen Grundrissen sind besonders risikobehaftet. Es ist jedoch möglich, auch diese akustisch ungünstigen Grundformen für eine Konzertsaalnutzung geeignet zu machen. Dazu sind in der Regel Sekundärstrukturen notwendig, die allerdings eines größeren Aufwandes bedürfen.
In allen Konzertsälen stellt das Publikum die wichtigste Absorptionsfläche dar. Da bei Konzertproben die akustischen Eigenschaften des unbesetzten Saales möglichst wenig von denen des besetzten abweichen sollen, soll das leere Gestühl einen ähnlichen Schallabsorptionsgrad besitzen wie das besetzte.
Dazu sind die von der sitzenden Person abgedeckten Stuhlflächen (Sitz, Rückenlehne, Armauflagen) mit einer geeigneten Stoffpolsterung zu versehen.
Ergänzend zur Publikumsabsorption sind in Konzertsälen im allgemeinen Schallabsorber für tiefe Frequenzen erforderlich. Diese dürfen jedoch nicht am Podium oder in dessen unmittelbarer Nähe angeordnet sein, damit zunächst eine ungehinderte Abstrahlung der tiefen Frequenzen in den Saal zustande kommt.
             

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